Gold erreicht neues Rekordhoch: Nachfrage bleibt außergewöhnlich hoch
Der Goldpreis hat zum Jahresende 2025 ein neues historisches Hoch erreicht. Mit Kursen oberhalb von 4.400 US-Dollar je Feinunze markierte das Edelmetall den höchsten Stand seiner Geschichte. Auf Jahressicht ergibt sich damit ein Plus von rund 68 Prozent, der stärkste Jahresgewinn seit 1979. Gold zählt damit zu den erfolgreichsten Anlageklassen des Jahres.
Die Entwicklung unterstreicht die besondere Rolle von Gold in einem Umfeld hoher Unsicherheit. Während Aktienmärkte von Technologietrends getragen wurden und Anleihemärkte unter strukturellem Druck standen, blieb Gold ein stabiler Bezugspunkt für Investoren.
Makroökonomische Faktoren als Treiber der Rallye
Die außergewöhnliche Preisentwicklung ist das Ergebnis mehrerer makroökonomischer Einflüsse. Besonders relevant waren:
- sinkende Realzinsen infolge erwarteter Zinssenkungen
- eine anhaltende Schwäche des US-Dollars
- geopolitische und handelspolitische Unsicherheiten
- erhöhte Nachfrage nach Absicherung
Gold profitiert in diesem Umfeld von seiner Eigenschaft als zinsloser Sachwert. Sinkende Realrenditen verringern die Opportunitätskosten der Goldhaltung und erhöhen die Attraktivität gegenüber zinstragenden Anlagen.
Zentralbanken als struktureller Nachfrageanker
Ein entscheidender Faktor im Jahr 2025 war die Nachfrage der Zentralbanken. Laut Analysen der Europäischen Zentralbank entfielen zuletzt mehr als 20 Prozent der globalen Goldnachfrage auf Notenbanken, doppelt so viel wie im langfristigen Durchschnitt.
Besonders aktiv zeigten sich Länder wie China, Polen und die Türkei. Diese Käufe werden zunehmend als strategische Maßnahme zur Diversifizierung von Währungsreserven interpretiert. Die Signalwirkung ist erheblich: Zentralbankkäufe stärken das Vertrauen in Gold und beeinflussen auch die Entscheidungen institutioneller Investoren.
Investmentnachfrage bleibt hoch
Neben den Zentralbanken war der Investmentbereich der zweite große Treiber. Gold-ETFs verzeichneten insbesondere im zweiten Halbjahr deutliche Zuflüsse. Auch die Nachfrage nach Barren und Münzen blieb hoch, sowohl in Europa als auch in Asien.
Deutschland spielt dabei eine besondere Rolle. Gold gilt hierzulande traditionell als verlässlicher Sachwert. Steuerliche Vorteile, hohe Liquidität und die Möglichkeit, Gold in kleinen Einheiten zu erwerben, tragen zur stabilen Nachfrage bei.
Angebotsseite begrenzt: Recycling gewinnt an Bedeutung
Auf der Angebotsseite blieb die Minenproduktion 2025 weitgehend konstant. Hohe Investitionskosten, lange Genehmigungsprozesse und strengere Umwelt- und Sozialstandards begrenzen kurzfristige Produktionsausweitungen.
Parallel gewinnt Recyclinggold an Bedeutung. In Deutschland stammt Feingold inzwischen nahezu vollständig aus Recyclingprozessen. Recyceltes Gold ist qualitativ gleichwertig und stellt einen wichtigen Ausgleichsfaktor auf der Angebotsseite dar.
Solides Fundament trotz Volatilität
Für 2026 erwarten Branchenvertreter stabile bis weiter steigende Preise. Sinkende Zinserwartungen, geopolitische Risiken und eine robuste Zentralbanknachfrage bilden ein solides Fundament. Kurzfristige Schwankungen bleiben möglich, die strukturellen Treiber für Gold sind jedoch weiterhin intakt.